Presseartikel zum Thema Trinkwasser

Fremdstoffe im Trinkwasser - Mehr als nur Wasser- und Sauerstoff

Quelle: WDR.de | Autor: David Ohrndorf

(WDR.de) Aus den Wasserhähnen in NRW kommt nicht nur H2O. Blei, Keime und Arzneimittel können auch enthalten sein. Im zweiten Teil der Trinkwasser-Serie zeigt WDR.de, was aus dem Hahn kommen kann.

Seit gut vier Monaten bietet das Fraunhofer Institut eine Wasseranalyse für Privatpersonen an. Obwohl der Service 59 Euro kostet, haben bereits rund 2.500 Haushalte ein Testset bestellt. Akute Gesundheitsgefahr bestand bisher nur bei einer Probe aus Berlin. Darin wurde ein viel zu hoher Ammoniumgehalt gemessen. Am häufigsten stellen die Laboranten hohe Metallbelastungen des Trinkwassers fest.

Blei, Nickel, Kupfer & Co

"Das größte Problem ist die letzte Meile", so ein Sprecher des Fraunhofer Instituts zu WDR.de. Die Qualität, die von den Wasserversorgern geliefert werde, sei in der Regel sehr gut. Allerdings würde es in den Hausverteilungen oft zu Verunreinigungen kommen. Blei, Kupfer und Eisen würde von den Rohren abgegeben. Nickel, Zink und Chrom von den Armaturen. Insbesondere in Häusern, die vor 1973 erbaut worden seien, wären oft "suboptimale Materialien" verbaut worden. Eine hohe Metallbelastung wirke sich langfristig auf die Gesundheit negativ aus. So habe Blei Einfluss auf die Blutbildung und sei besonders für Säuglinge schädlich. Nickel könne zu allergischen Reaktionen führen.

Gelöste Metallteilchen können sich besonders dann im Wasser anreichern, wenn es längere Zeit im Rohr steht. Das Umweltbundesamt empfiehlt generell, das so genannte Stagnationswasser nicht für die Zubereitung von Speisen und Getränken zu benutzen: "Das Wasser sollte zunächst einige Zeit laufen, ehe es als Lebensmittel verwendet wird", heißt es in einer Broschüre. Das frische Wasser erkenne man daran, dass es deutlich kühler sei, als das Stagnationswasser.

Die Nutzung von handlichen Wasserfiltern für zu Hause ist umstritten. Zwar filtern sie tatsächlich Metalle aus dem Trinkwasser heraus, allerdings können sie auch für neue Verunreinigungen sorgen. Stiftung Warentest und die Zeitschrift Ökotest halten die Filter für "meist überflüssig". Der Knackpunkt: Wenn Filterpatronen falsch bedient werden, können sie gesammelte Keime und Giftstoffe auch konzentriert wieder ins Wasser abgeben.

PFT und Arzneimittelrückstände

Die Wasserwerke können vieles ausfiltern, aber bei weitem auch nicht jede unerwünschte Substanz. Immer wieder werden Rückstände von Arzneimitteln oder Industriechemikalien (z.B. PFT) im Trinkwasser gefunden. Auch hier gilt, wie bei den Metallrückständen: Langfristig können diese Stoffe auch in kleinen Mengen die Gesundheit schädigen. PFT gelten als krebserregend. Antibiotika-Rückstände können langfristig zu einer Immunität gegen diese Medikamente führen.

Einfache Hausmittel helfen gegen diese Fremdstoffe nicht. PFT kann nur von genügend groß dimensionierten Aktivkohlefiltern im Klärwerk entfernt werden. Die Medikamentenrückstände erfordern oft noch größeren Aufwand. Das Duisburger Institut für Energie- und Umwelttechnik erprobt zur Zeit ein Verfahren, mit dem Medikamente günstig aus Abwässern gefiltert werden können.

Keime und Krankheitserreger

Durch den Wasserhahn können auch Krankheitserreger in den Körper gelangen. Mal führen sie nur zu Magenbeschwerden, im Fall der berüchtigten Legionellen aber sogar bis zum Tode. Ein bevorzugtes Versteck für Keime sind die so genannten Mischdüsen, die den Wasserstrahl weicher machen sollen. In den engen Sieben dieser Düsen sammeln sich Keime jeglicher Art. In einem Test der WDR-Sendung markt, wurden in vier von zehn Mischdüsen sehr hohe Keimzahlen gefunden. In einem Fall wurde der zulässige Grenzwert gar um das 3.000-fache überschritten.

Gegen die Keime in der Düse hilft vor allem Putzen. Die Mischdüse sollte regelmäßig gereinigt und entkalkt werden. Die Erreger der Legionärskrankheit können vor allem durch Hitze abgetötet werden. Die Temperatur von Heißwassergeräten sollte auf mindestens 60 Grad gestellt werden.

Quelle: WDR.de
Autor: David Ohrndorf
Url: https://www.wdr.de/themen/gesundheit/2/trinkwasser/070814.jhtml

 

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